
Seit über 115 Jahren holt das Kino Frankensteins Kreatur immer wieder zurück ins Leben – vom Stummfilm über Boris Karloff bis zu Guillermo del Toros Oscar-prämierter Neuverfilmung. Wir zeigen euch die 11 besten Frankenstein-Filme, von den Universal-Klassikern über Hammer-Horror und Mel Brooks‘ Parodie bis zu den neuesten Versionen aus 2025 und 2026.
Die Figur des Frankenstein-Monsters hat im Film eine lange und wandlungsreiche Geschichte. Schon 1910 brachte das Edison-Studio einen kurzen Stummfilm heraus. Das Bild, das die meisten bis heute im Kopf haben – flacher Schädel, Bolzen im Hals, schwerer Gang –, stammt aber aus dem Universal-Film von 1931.
Seitdem diente die Kreatur immer wieder als Spiegel ihrer Zeit: für die Angst vor entfesselter Wissenschaft, vor dem Fremden und heute vor Gentechnik und künstlicher Intelligenz. Im Kern ist sie dabei stets dieselbe geblieben – ein Wesen zwischen Menschlichkeit und Monstrosität, das in einer Welt nach Verständnis sucht, die es fürchtet und ablehnt.
ℹ️ Gut zu wissen
Frankenstein ist der Name des Wissenschaftlers, nicht des Monsters. In Mary Shelleys Roman von 1818 heißt er Victor Frankenstein, seine Schöpfung bleibt namenlos – sie wird nur „die Kreatur“, „der Dämon“ oder „das Geschöpf“ genannt. Dass heute fast alle das Monster „Frankenstein“ nennen, geht vor allem auf die Filme zurück.
Unser Ranking der Frankenstein-Filme
| Platz | Film | Jahr | Regie | Stil |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Frankensteins Braut | 1935 | James Whale | Gothic-Horror |
| 2 | Frankenstein | 1931 | James Whale | Horror-Klassiker |
| 3 | Frankenstein | 2025 | Guillermo del Toro | Gothic-Drama |
| 4 | Frankenstein Junior | 1974 | Mel Brooks | Parodie |
| 5 | Frankensteins Sohn | 1939 | Rowland V. Lee | Horror-Klassiker |
| 6 | Gods and Monsters | 1998 | Bill Condon | Biografisches Drama |
| 7 | Frankenstein schuf ein Weib | 1967 | Terence Fisher | Hammer-Horror |
| 8 | Mary Shelley’s Frankenstein | 1994 | Kenneth Branagh | Romantisches Horrordrama |
| 9 | Abbott und Costello treffen Frankenstein | 1948 | Charles Barton | Horrorkomödie |
| 10 | Frankenstein, wie er wirklich war | 1973 | Jack Smight | TV-Zweiteiler |
| 11 | The Bride! – Es lebe die Braut | 2026 | Maggie Gyllenhaal | Gangster-Romanze |
1. Frankensteins Braut (Bride of Frankenstein, 1935)
James Whales „Frankensteins Braut“ gilt als eines der größten Meisterwerke des Horrorfilms – und als einer der seltenen Fälle, in denen die Fortsetzung das Original übertrifft. Whale bricht die Schauergeschichte mit schwarzem Humor auf und gibt dem Monster eine Stimme: Boris Karloffs Kreatur lernt bei einem blinden Einsiedler sprechen und erlebt zum ersten Mal Freundschaft.
Ernest Thesiger stiehlt als exzentrischer Dr. Pretorius jede Szene, Franz Waxmans Musik setzte Maßstäbe für das Genre. Elsa Lanchester spielt gleich zwei Rollen: im Prolog Mary Shelley und am Ende die Braut. Ihr Auftritt dauert nur wenige Minuten, doch die Frisur mit den weißen Blitz-Strähnen wurde zu einer der bekanntesten Ikonen der Filmgeschichte.
🎯 Ideal für
Fans von Klassikern, Gothic-Horror und allen, die den filmhistorisch wichtigsten Frankenstein-Film sehen wollen.
2. Frankenstein (1931)
Der Film, der das Bild des Monsters für immer prägte. Unter der Regie von James Whale spielt Colin Clive den besessenen Henry Frankenstein, Boris Karloff die Kreatur. Maskenbildner Jack Pierce schuf den flachen Schädel, die schweren Lider und die Bolzen am Hals – ein Design, das Universal bis heute schützt und das jeder sofort erkennt.
Gegenüber Mary Shelleys Roman vereinfacht der Film vieles: Aus der redegewandten, grübelnden Kreatur des Buches wird ein stummes, kindliches Wesen. Gerade darin liegt aber Karloffs Leistung – ohne ein Wort vermittelt er Angst, Neugier und Schmerz. Die Schöpfungsszene im Gewitter mit dem Ausruf „It’s alive!“ gehört zu den meistzitierten Momenten des Kinos.
🎯 Ideal für
Liebhaber ikonischer Monsterfilme und alle, die verstehen wollen, woher das heutige Frankenstein-Bild stammt.
3. Frankenstein (2025) – Guillermo del Toro
Guillermo del Toro hat jahrzehntelang auf diesen Film hingearbeitet, und man sieht es in jeder Einstellung. Oscar Isaac spielt Victor Frankenstein, einen genialen, aber selbstverliebten Wissenschaftler. Jacob Elordi gibt die Kreatur – nicht als zusammengeflicktes Wrack, sondern als fast schönes, neugeborenes Wesen mit der Körpersprache eines Tänzers.
Mia Goth spielt Elizabeth, Christoph Waltz einen reichen Geldgeber, der Victors Experimente finanziert. Del Toro erzählt weniger einen Horrorfilm als eine Tragödie über Väter und Söhne, Schuld und Vergebung – und kommt damit dem Kern von Shelleys Roman näher als fast jede Verfilmung zuvor. Die opulente Ausstattung wurde mit drei Oscars ausgezeichnet: für Szenenbild, Kostüme sowie Make-up und Frisuren.
Kritikpunkte gibt es trotzdem: Mit knapp zweieinhalb Stunden ist der Film lang, und Isaacs Victor gerät manchen Kritikern zu überzeichnet. Wer die Wahl hat, sollte ihn auf einem großen Bildschirm sehen – die Bilder sind das eigentliche Ereignis. Der Film läuft auf Netflix.
🎯 Ideal für
Alle, die Gothic-Romantik und große Bilder lieben und die Kreatur als tragische Figur statt als Monster erleben wollen.
4. Frankenstein Junior (Young Frankenstein, 1974)
Mel Brooks‘ Komödie ist eine liebevolle Parodie auf die Universal-Klassiker. Gene Wilder spielt Frederick Frankenstein, den Enkel des berüchtigten Barons, der seinen Namen „Fronkensteen“ ausgesprochen haben will – bis er das Erbe seines Großvaters antritt. Marty Feldman als buckliger Diener Igor und Peter Boyle als Monster sind längst Kult.
Brooks drehte bewusst in Schwarz-Weiß und nutzte sogar die originalen Laborgeräte aus dem Film von 1931. Das Drehbuch, das er gemeinsam mit Wilder schrieb, wurde für den Oscar nominiert. Der Höhepunkt: das Monster im Frack beim Stepptanz zu „Puttin‘ on the Ritz“. Der Film funktioniert als Komödie auch ohne Vorwissen – mit Kenntnis der Originale aber doppelt.
🎯 Ideal für
Fans von Parodie, Slapstick und Mel Brooks – und alle, die Frankenstein lieber mit einem Lachen erleben.
5. Frankensteins Sohn (Son of Frankenstein, 1939)
Der dritte Teil der Universal-Reihe, diesmal unter der Regie von Rowland V. Lee. Basil Rathbone spielt Wolf von Frankenstein, den Sohn des Wissenschaftlers, der mit seiner Familie in das Anwesen des Vaters zurückkehrt – und dort unweigerlich in dessen dunkles Erbe hineingezogen wird. Die schiefen, expressionistischen Kulissen verleihen dem Film eine fast albtraumhafte Stimmung.
Bela Lugosi liefert als verschlagener Schmied Ygor mit gebrochenem Genick eine seiner besten Leistungen, Lionel Atwill als Inspektor mit Holzarm lieferte später Stoff für Mel Brooks‘ Parodie. Boris Karloff spielt das Monster hier zum dritten und letzten Mal in einem Kinofilm – bedrohlicher als zuvor, aber in den Momenten mit Ygor auch berührend.
🎯 Ideal für
Anhänger der klassischen Universal-Monsterfilme, die Karloffs Monster-Trilogie komplett sehen wollen.
6. Gods and Monsters (1998)
Kein Frankenstein-Film im engeren Sinn, sondern ein Film über den Mann, der die beiden besten gedreht hat. Bill Condon erzählt von den letzten Tagen James Whales, der Ende der 1950er-Jahre zurückgezogen in Hollywood lebt, und von seiner ungewöhnlichen Freundschaft zu seinem jungen Gärtner (Brendan Fraser).
Ian McKellen spielt Whale nuanciert und tiefgründig – als brillanten, geistreichen Künstler, der zwischen öffentlicher Persona und privatem Ich zerrissen ist und von den Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg verfolgt wird. Condon gewann für sein Drehbuch den Oscar. Wer „Frankenstein“ und „Frankensteins Braut“ gesehen hat, entdeckt viele Anspielungen.
🎯 Ideal für
Fans biografischer Filme und alle, die hinter die Kulissen der Horror-Klassiker blicken wollen.
7. Frankenstein schuf ein Weib (Frankenstein Created Woman, 1967)
Der vierte Teil der Frankenstein-Reihe des britischen Hammer-Studios, inszeniert von Terence Fisher. Peter Cushing spielt Baron Frankenstein, der sich hier nicht mehr für Körperteile interessiert, sondern für die Seele. Die Hammer-Filme machten den Wissenschaftler zur eigentlichen Hauptfigur – kühl, arrogant und skrupellos.
Die Handlung: Sein Assistent Hans wird unschuldig wegen Mordes hingerichtet, seine Geliebte Christina nimmt sich daraufhin das Leben. Frankenstein fängt Hans‘ Seele ein und überträgt sie in Christinas wiederbelebten Körper. Im neuen Körper rächt sie sich an den wahren Tätern. Eine ungewöhnliche Variante, die Fragen nach Identität und Geschlecht aufwirft.
🎯 Ideal für
Fans von Hammer-Horror, Peter Cushing und Gothic-Romantik mit ungewöhnlichen Ideen.
8. Mary Shelley’s Frankenstein (1994)
Kenneth Branagh führte Regie und spielt selbst Victor Frankenstein, Helena Bonham Carter ist Elizabeth, produziert hat Francis Ford Coppola. Wie der Titel verspricht, orientiert sich der Film enger am Roman als die Universal-Klassiker: Er übernimmt die Rahmenhandlung im ewigen Eis und Victors Jugend in Genf und Ingolstadt.
Robert De Niros Kreatur ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil sie spricht, denkt und leidet – wie im Buch. Man versteht ihre Wut, weil man ihre Einsamkeit sieht. Bei Kritik und Publikum kam der Film allerdings nur mäßig an: Branaghs Inszenierung ist über weite Strecken laut und hektisch. Sehenswert bleibt er als ernsthafter Versuch einer werktreuen Adaption.
🎯 Ideal für
Liebhaber romantischer Horrordramen und alle, die den Roman gelesen haben und eine Verfilmung nah am Buch suchen.
9. Abbott und Costello treffen Frankenstein (Abbott and Costello Meet Frankenstein, 1948)
Eine Mischung aus Horror und Komödie, die das Monster-Genre mit dem Slapstick des berühmten Komikerduos verbindet. Bud Abbott und Lou Costello spielen zwei Gepäckträger, die versehentlich die Körper von Dracula und Frankensteins Monster ausliefern. Neben dem Monster (Glenn Strange) treten auch Dracula und der Wolfsmensch auf.
Das Besondere: Die Monster werden nicht veralbert, sondern ernst gespielt. Bela Lugosi schlüpft zum zweiten und letzten Mal in einem Kinofilm in die Rolle des Dracula, Lon Chaney Jr. gibt den Wolfsmenschen. Der Film war ein großer Kassenerfolg und markiert das Ende der klassischen Universal-Monster-Ära – als humorvolle Hommage.
🎯 Ideal für
Fans klassischer Komödie und Horror-Crossover – auch als Einstieg für jüngere Zuschauer geeignet.
10. Frankenstein, wie er wirklich war (Frankenstein: The True Story, 1973)
Ein aufwendiger Fernseh-Zweiteiler unter der Regie von Jack Smight, mit prominenter Besetzung: James Mason, Leonard Whiting als Victor, Michael Sarrazin als Kreatur und Jane Seymour. Das Drehbuch stammt unter anderem von Schriftsteller Christopher Isherwood.
Trotz des Titels ist dies eine sehr freie Adaption mit eigenen Figuren und Wendungen. Die originellste Idee: Die Kreatur ist zunächst schön und wird erst nach und nach entstellt – und mit ihr zerfällt die Beziehung zu ihrem Schöpfer. Diese Beziehung nimmt der Film ernster als viele Kinoversionen, was ihn zu einem unterschätzten Geheimtipp macht.
🎯 Ideal für
Anhänger dramatischer, charakterzentrierter Horrorerzählungen, die abseits der bekannten Klassiker suchen.
11. The Bride! – Es lebe die Braut (2026)
Maggie Gyllenhaal greift auf, was „Frankensteins Braut“ 1935 offen ließ: Die Titelfigur hat dort kaum eine Stimme. In ihrer Version taucht die Kreatur, die sich nun Frank nennt (Christian Bale), im Chicago der 1930er-Jahre auf und sucht eine Wissenschaftlerin, die ihm eine Gefährtin erschafft. Dr. Euphronious (Annette Bening) belebt dafür die tote Ida (Jessie Buckley) wieder.
Daraus wird ein wildes Gangster-Roadmovie im Stil von Bonnie und Clyde, mit Musical-Einlagen und dem Geist von Mary Shelley, der immer wieder von Ida Besitz ergreift. Gelobt wurde vor allem Buckleys Darstellung, das Gesamtwerk spaltete die Kritik jedoch deutlich, und an den Kinokassen floppte der Film. Kein Meisterwerk – aber die kühnste Frankenstein-Variation seit Jahren.
🎯 Ideal für
Alle, die „Frankensteins Braut“ kennen und eine radikal freie, feministische Neudeutung sehen wollen. FSK 16.
Außer Konkurrenz: Filme, die von Frankenstein inspiriert sind
Manche Filme erzählen nicht die Geschichte von Victor Frankenstein, sind aber ohne sie nicht denkbar. Das beste Beispiel ist „Poor Things“ (2023) von Yorgos Lanthimos: Emma Stone spielt Bella Baxter, eine von einem Chirurgen wiederbelebte junge Frau, die die Welt mit den Augen eines Kindes neu entdeckt. Der Film gewann den Goldenen Löwen in Venedig, Emma Stone den Oscar als beste Hauptdarstellerin.
Für Familien lohnt sich „Frankenweenie“ (2012): Tim Burton erzählt in Schwarz-Weiß-Stop-Motion von einem Jungen, der seinen verstorbenen Hund Sparky mit einem Blitz wieder zum Leben erweckt – eine liebevolle Verbeugung vor den Universal-Klassikern und die Langfassung von Burtons eigenem Kurzfilm von 1984.
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Häufige Fragen zu Frankenstein-Filmen
Welcher Frankenstein-Film ist am nächsten am Buch?
Am nächsten an Mary Shelleys Roman sind Kenneth Branaghs „Mary Shelley’s Frankenstein“ (1994) und Guillermo del Toros „Frankenstein“ (2025). Beide zeigen eine Kreatur, die spricht und denkt, und übernehmen die Rahmenhandlung im Eis. Del Toro nimmt sich bei der Handlung mehr Freiheiten, trifft aber den Ton des Buches besser.
In welcher Reihenfolge schaut man die Universal-Frankenstein-Filme?
Die Kernreihe mit Boris Karloff lautet: „Frankenstein“ (1931), „Frankensteins Braut“ (1935) und „Frankensteins Sohn“ (1939). Danach folgten weitere Fortsetzungen und Crossover-Filme mit anderen Darstellern, die mit „Abbott und Costello treffen Frankenstein“ (1948) endeten.
Wer hat das Frankenstein-Monster am häufigsten gespielt?
Boris Karloff ist mit drei Kinofilmen der bekannteste Darsteller. Glenn Strange spielte das Monster ebenfalls dreimal, zuletzt in „Abbott und Costello treffen Frankenstein“. Bei den Hammer-Filmen stand dagegen der Baron im Mittelpunkt, den Peter Cushing sechsmal verkörperte.
Welcher Frankenstein-Film ist der beste?
Für die meisten Filmhistoriker ist „Frankensteins Braut“ (1935) von James Whale der beste Frankenstein-Film. Wer eine moderne Version sucht, greift zu Guillermo del Toros „Frankenstein“ (2025), wer lachen will, zu „Frankenstein Junior“ (1974).
